Erika Hallmeyer Querbeet durch den Garten des Lebens

Veröffentlicht am 8. November 2025 um 09:08

Erika Hallmeyer, geboren 1957, ist eine waschechte Ober-Ramstädterin. In Ober-Ramstadt erblickte sie das Licht der Welt und hier lebt und arbeitet sie auch.

Mit dem „Dichten“ fing sie schon in der Schulzeit an, mit scherzhaften Vierzeilern in Reimform. Gedichte in Reimform zu lesen ist schon immer eine Leidenschaft von Erika Hallmeyer. Vor gut zwanzig Jahren begann sie selbst zu schreiben. Zunächst waren es humorvolle Laudatien, die sie vor allem bei Familienfeiern vortrug. Im Laufe der Zeit widmete sich Erika Hallmeyer auch anderen Themen. So entstand eine Vielzahl von Gedichten, die nun unter dem Titel „Querbeet – durch den Garten des Lebens“ in gedruckter Form vorliegen.

Erika Hallmeyer hat mit ihren Gedichten: „Untergang“, „Die vier Elemente“ und „Bestandsaufnahme“ bei den Gedichtewettbewerben 2007/2008 und 2009 bei der „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ teilgenommen. Die drei Gedichte wurden in den jeweiligen Anthopologien X., XI. und XII. veröffentlicht.

Es brennt, es brennt!

Frei nach Schillers Glocke
dunn sich mir die Vers entlocke,
als ich an meum Fenster steh’
un die Kersch in Flamme seh’.

Die Kersch, die brennt! Die Kersch, die brennt!
Ei guck emol, wie alles rennt.
Eer Leit, eer Leit, de Raach, de Raach!
Mann geh’ mol her, siehst du däss aach?

Ach meu Herz, ich kennt groad flenne,
ewich du die Kersch ich kenne,
steht immer schon am selwe Fleck
unn moje isse vielleicht weg!

An Schloof wor gornet dro zu denke,
ich du mich links un rechts rim schwenke.
Frieh mojens heer ich Glocke leite.
Aus de Näh’? Net aus de Weite?

Ich spring ans Fenster un bin baff,
beißt mich do en kranke Aff!
Die Kersch steht do wie eh’ und je,
als weer do gestern nix gescheh’?

Fast ist’s, als ob die Erde bebt.
Es läut, es läut! Die Kersch sie lebt!
Unn die Moral vunn der Geschicht:
Bei Iwunge, do brennt’s halt nicht!

 

Tschüss

Es liggt mer schwer im Moache,
ich koann’s aach kaum ertroache.
Meu Fritzje verläßt mich, ach oh je,
woas dut mer do meu Herz so weh.

Woas hemmer immer schee gelacht,
trotzdem die Awweit stets gemacht.
Mer hewwe Dinger nei erfunne,
däss hat uns geistisch sehr verbunne.

Tränt mir meu linkes Auge jetzt?
Ach, schnell ä Lache uffgesetzt.
Oh, wann ich jetzt so weiter mach,
do setzt meu räschdes Auge nach.

Ach, verdammt – iss däss jetzt bleed,
nur weil de Fritz in Rente geht?
Jetzt werd mir ewwer schwummerrand.
Komm Kerl, gäbb mer noch schnell die Hand.

Loss ders gut geh, alter Schwede –
ich verschwind’ jetzt standepete,
bevor ich lächerlich mich mach:
Tschüß – un dir en scheene Dach!

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.