Gert J. Grein

Die Babbelschnut erzählt

Erlebnisse und Histörchen aus meinem Leben

 

Zum Geleit

Am 16. Dezember 2024 wurde ich achtzig Jahre alt. Fürwahr ein stolzes Alter. Es ist zwar kein besonderer Verdienst, aber eine Schande ist es auch nicht! Jedenfalls ist es eine Wegmarke, darum geht kein Weg vorbei. Da kommen schon Gedanken, ob man im Leben alles richtig gemacht hat, aber auch Freude und Genugtuung machen sich breit. Vor allen Dingen kommt eine Überlegung mit ins Spiel: Hast Du noch etwas mitzuteilen, hast Du noch etwas zu erzählen, hast Du alles Wissenswerte über Dich zum Besten gegeben? Da drängt sich unweigerlich der Wunsch auf seine Memoiren zu verfassen, in der Hoffnung dass die geneigte Leserin, der wissbegierige Leser überhaupt Interesse daran hat.
Memoiren sind schriftliche Lebenserinnerungen, auch Denkwürdigkeiten, die sich mit bestimmten prägenden Ereignissen oder Lebensabschnitten befassen. Im Gegensatz zu einer Biografie, die ein umfassendes Leben darstellt, fokussieren sich Memoiren stärker auf die inneren und äußeren Umstände, die die Schreiber haben, und können auch einen leichteren, amüsanten Ton anschlagen. Der Begriff „Memoarien“ stammt übrigens vom lateinischen „Memoria“, was so viel wie „Gedächtnis“ heißt. Diese Gattung entwickelte sich im 18. Jahrhundert in Frankreich. Einer der ersten Protagonisten war in Deutschland Johann Wolfgang von Goethe, der seine Autobiografie „Dichtung und Wahrheit“ im hohen Alter veröffentlichte. Er war wohl der erste Schriftsteller, der sich dieses Genres bediente.
Der Begriff „Memoiren“ hat bei der Bücherliebhaberin und dem Büchernarren etwas Akademisches und Bedrohliches. Nur zögerlich wird das Elaborat in die Hand genommen. Um es für die Leserin und für den Leser verträglich zu machen, habe ich auf die Bezeichnungen „Memoiren“ oder „Autobiografie“ verzichtet, um die Luft herauszulassen! Ich habe den Titel „Gerd J. Grein – Die Babbelschnut erzählt“ gewählt, weil es meinem Naturell am ehesten entspricht. Der Begriff „Babbelschnut“ war ehemals, zu Zeiten meiner Großeltern, im Rhein-Main-Gebiet in aller Munde. Besonders Kindern hat man dieses Prädikat angehängt. Aber auch später hat man Personen dieses Attribut verliehen. Es waren Menschen, die ständig etwas zu erzählen, zu schwatzen, zu reden, zu plaudern, zu schwadronieren, zu fabulieren oder zum Besten zu geben hatten. Es konnte sich um wichtige Begebenheiten handeln oder nur um Plattitüden.
Memoiren zu schreiben, ist seit längerer Zeit en vogue. Stars und Sternchen, die man kennt, meist aber nicht auf dem Schirm hat, strapazieren die Menschheit mit ihren Lebenserinnerungen. Meist sind sie noch recht jung, so fünfzig Jahre oder weniger. Der siebenundfünfzigjährige Boris „Bobbele“ Becker hat neuerdings seine Memoiren verfasst unter Mithilfe eines Ghostwriters, des britischen Sportjournalisten Tom Fordyce. Es geht darum seine Haft im berüchtigten Gefängnis Wandsworth in England zu thematisieren, nachdem er in einem Insolvenzverfahren Vermögenswerte nicht ordnungsgemäß angegeben hatte. Das Buch enthält 340 Seiten und es stellt sich die Frage, ob man in diesem dicken Schmöker genügend Neues lesen kann, was einen wirklich interessiert. Der einundvierzigjährige Prinz Harry hat schon vor einiger Zeit seine Autobiografie „Spare“ (zu Deutsch „Reserve“) verfasst und teilt gegen seinen Bruder Prinz William und seine Stiefmutter Königin Camilla aus. Er hat damit ein Eigentor geschossen! Bundeskanzler Olaf Scholz ist noch zögerlich mit den Erfassen seiner Memoiren. Memoiren zu schreiben ist etwas in den Hintergrund getreten, stattdessen schreibt Gott und die Welt neuerdings Krimis. So hat Walter „Waldi“ Lehnertz aus der Show „Bares für Rares“ mit Hilfe eines Skribenten einen Kriminalroman verfasst, weil er der Orthografie nicht sonderlich mächtig ist. Ich hatte beim Verfassen dieses Buches ebenfalls zwei hilfreiche Lektoren, die ich schon lange kenne und mit denen ich auf gleicher Wellenlänge segle: Kirsten Hauer und Friedhelm Krause aus Marburg.
Dank sagen möchte ich meinen Informanten, die aus dem familiären Bereich kommen, nämlich Elfriede Petry, geb. Grein, der jüngsten Cousine meines Vaters, aus Darmstadt-Wixhausen und meiner Großcousine, wir sind „Nachgeschwisterskinder“, Gertrude Köhlbach-Arabu, aus Berlin, für meine Vorfahren Avemaria aus Egelsbach. Besonderer Dank gilt Gabi Klein, die mit peinlicher Genauigkeit die Vorfahren mütterlicherseits, die Familie Helfmann, aufgearbeitet hat.
Natürlich sind meine Informationen über mein Leben nicht immer rosig, ungetrübt und erfreulich. Nein, auch trübe und deprimierende Tage waren darunter. Aber die hat ja jeder in seinem Leben. Deshalb möchte ich sie ausblenden. Zu den glücklichsten Momenten in meinem Leben gehört die über fünfzigjährige Zuneigung zu meinem Partner Hubert Alles. Es ist schon eine besondere Gnade einen Freund zu haben, der nicht nur durch dick und dünn mit einem geht, sondern der die gleichen Interessen und Vorlieben hat. So hat unser gemeinsames Hobby, das Sammeln und Bewahren von alten Gegenständen, Textilien und Keramik, uns zusammengeschweißt und das Band unserer Freundschaft innig geknüpft. Die über fünfzig Jahre, in denen wir die Museen betrieben haben, möchte ich nicht mehr missen!

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